Sagenhafter Sonntag – Der Wagen der Frau Holle

Eine meiner liebsten Sagengestalten ist die Frau Holle. Denn hinter der Figur, die wir aus dem gleichnamigen Grimm-Märchen kennen, hinter der gestrengen Alten, die das fleißige Mädchen belohnt und das faule straft, steckt eine weitaus facettenreichere Persönlichkeit. Als alte Frau erscheint die Perchta, wie sie auch genannt genannt wird, ohnehin nur in den kalten Wintermonaten. Im Frühjahr trifft man sie als junges Mädchen und im Sommer als erwachsene Frau. Mal lebt sie in Bäumen und mal in tiefen Seen. Mit ihrem Spinnrad spinnt sie mit den Nornen die Schicksalsfäden. Und in den Rauhnächten fegt sie als Wintergöttin mit der Wilden Jagd durch die Nacht. Mein #sagenhaftersonntag widmet sich darum heute der Frau Holle mit einer kleinen, feinen Geschichte, die weit weniger bekannt ist, als die um Goldmarie und Pechmarie.

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Der Trollstein

Nicht neu, aber nun auch zum Anhören: die Geschichte vom Trollstein.

Eine Fantasygeschichte für Kinder ab sechs Jahren.

Die Geschichte zum Anhören…

…Und zum selber lesen:

Ich weiß nicht, ob ihr schon einmal gehört habt, dass Trolle ausgesprochen wasserscheue Wesen sind. Dafür gibt es einen guten Grund, denn wenn ein Troll mit einer größeren Menge Wasser in Berührung kommt, erstarrt er kurzerhand zu Stein. Ihr solltet euch also nicht wundern, wenn ihr nach einem heftigen Regenschauer einen Waldspaziergang macht, euch für eine kleine Rast auf einen dicken Stein setzt und sich dieser plötzlich unter euch davon macht und ihr euch im Gras liegend wiederfindet. Ihr könnt euch vorstellen, dass so etwas für die Trolle sehr lästig ist. Ein kleiner Nieselregen ist noch nicht so schlimm, aber bei einem ordentlichen Herbstregen bleiben sie doch lieber in ihren Höhlen, zünden sich ein wärmendes Feuerchen an und erzählen Geschichten. Eine dieser Geschichten ist bei den kleinen neugierigen Trollkindern besonders beliebt, denn sie handelt von einem ebensolchen neugierigen kleinen Trollkind. Und diese Geschichte will ich euch nun erzählen, denn ich habe mir sagen lassen, dass auch Menschenkinder an trüben Regentagen gerne in ihren Häuserhöhlen bleiben und Geschichten hören.

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Sagenhafter Sonntag – Warum Elefanten nicht fliegen können

Nach einer indischen Sage

Die Geschichte zum Anhören…

…und zum selber Lesen:

Habt ihr bisher gedacht, dass Elefanten so große Ohren zum Temperaturausgleich haben? Das stimmt natürlich. Aber es ist nur die halbe Geschichte. Denn vor langer, langer Zeit, damals, als die Götter noch auf der Erde wandelten, nutzten die Elefanten ihre Ohren noch zu anderen Zwecken. Denn damals hatten die Elefanten nicht nur große Ohren, sondern auch wunderschöne, bunte Flügel. Diese Flügel trugen die Elefanten durch die Lüfte und die großen Ohren waren praktische Steuerruder. Abhramu, die Wolkenbinderin hatte die Elefanten mit Flügeln ausgestattet. Die Elefanten waren ihre Kinder, ihre Wolkenelefanten und sie sollten helfen, auf der Erde alles an seinen rechten Platz zu schaffen. Ihr glaubt mir nicht? So ein plumpes Tier wie ein Elefant kann doch niemals fliegen, sagt ihr? Schon gar nicht wolkengleich! Dann seht euch doch einmal einen Schmetterling aus der Nähe an. Ihr werdet feststellen, dass er einem Elefanten gar nicht so unähnlich ist. Er hat schließlich auch einen Rüssel! 

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Der Hirte im Mond

Seit Menschengedenken ist der Mond Inspiration für die schönsten Sagen, Mythen und Legenden. Der Mond lässt uns träumen. Darum gehören auf einen Geschichtenblog natürlich auch ein paar Mondgeschichten. Während um uns Coronachaos herrscht, entführe ich Euch auf kleine Gedankenreisen in die Erdumlaufbahn und widme die nächsten Posts Frau Luna.

Den Auftakt macht meine Nacherzählung einer rumänischen Sage, die davon berichtet, wie ein Schafhirte auf den Mond fand. Weiterlesen

Der Weihnachtsstreik

Für mein großes Winterkind…

Der Weihnachtsmann ist stets auf Pünktlichkeit bedacht. Wenn man alle Jahre wieder an einem ganz bestimmten Tag Geschenke an tausende Kinder ausliefern muss, dann erfordert das eben ein besonderes organisatorisches Geschick. Denn stellt euch vor, das ein oder andere Geschenk würde erst zu Silvester den Weg zu seinem Besitzer finden. Die Familie wartet auf das Feuerwerk, da rumpelt es im Kamin. Herausgestolpert kommt ein abgehetzter Weihnachtsmann und schaut in verdutzte Gesichter. Vorbei wäre es mit dem Weihnachtszauber.

Auch eine zu früh erfolgte Lieferung mag man sich kaum ausdenken. Da wäre vielleicht noch gar kein Weihnachtsbaum aufgebaut unter dem die Päckchen und Pakete abgelegt werden können.

Der Weihnachtsmann ist also sehr darauf bedacht, dass jedes Jahr alles wie gewohnt und zur rechten Zeit abläuft. Zwei Tage vor dem heiligen Abend müssen die letzten Geschenke in der Weihnachtswichtelwerkstatt – in Fachkreisen nur kurz WWW genannt – fertiggestellt und verpackt worden sein. Am Tag vor Heiligabend fährt der Weihnachtsmann seinen großen Schlitten vor die Werkstatt und die Wichtel beginnen, die sorgfältig verpackten Geschenke aufzuladen. Dann werden die Rentiere mit dem speziellen Weihnachtskraftfutter gefüttert (eine wichtige Geheimzutat sind dabei Spekulatius), damit sie gerüstet sind für die lange Fahrt. Der Weihnachtsmann macht noch ein paar Dehnübungen, damit er bereit ist, durch Schornsteine jedweder Größe zu rutschen und dann geht es los.

Doch da gab es dieses eine Weihnachtsfest, das der Weihnachtsmann wohl nie vergessen wird. Und der Weihnachtsmann hat schon unglaublich viele Weihnachtsfeste erlebt.

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