Der Juni – mit Bildern

Seit ziemlich genau einem Jahr lebe ich nun im beschaulichen Städtchen Hemau in der Oberpfalz. Und nun muss ich feststellen: Ich bin nicht die erste Hessin, die es in diesen Winkel Bayerns verschlagen hat. Tatsächlich findet sich nahe Hemau sogar ein Tümpel, der als ‚Hessenweiher’ bezeichnet wird. Und wer einen Blick in die Hemauer Stadtchronik aus dem Jahr 1861 wirft, kann die Legende nachlesen, die sich um den Weiher rankt.

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Kleiner Liebesbrief zum Geburtstag

Und wer bist du?“, fragt die Verkäuferin im Schuhgeschäft. „Ich bin ein ganz gewöhnlicher Typ,“ antwortest du. Ein gewöhnlicher Typ? Vielleicht. Aber nicht für mich. Denn für mich bist du der, der den Blumen einen guten Morgen wünscht und den Hummeln gut zuredet. Du bist der, der jeder Katze hinterherläuft und jedem Ball. Du bist der mit dem Schalk im Nacken und der Vorliebe für Kartoffelknödel. Du bist der, der mich morgens mit einem lauten „Mamaaaaaaa! Ich bin komplett ausgeschlaaafen!“ weckt und der sich abends mit Freundschaftsküsschen in die Welt der Träume verabschiedet. Du bist der, der mal Monstertruck-Fahrer werden will und auf Waldwegen geduldig jede Ameise vorbeilässt. Du bist der mit Freund Geist und Freund Dino, unseren unsichtbaren Begleitern in jeder Lebenslage. Du bist der, der sich nicht davon abbringen lässt, dass er vor seinem Auftauchen auf dieser Welt ein Astronaut im Weltall war und irgendwann zu den Sternen zurückkehrt. Du bist der, der uns lange gefehlt hat und der zu uns kam, als keiner mehr mit ihm gerechnet hat. Für mich bist du alles, außer – gewöhnlich.

Happy Birthday, mein großer kleiner Krümel!

Sagenhafter Sonntag – Der Wagen der Frau Holle

Eine meiner liebsten Sagengestalten ist die Frau Holle. Denn hinter der Figur, die wir aus dem gleichnamigen Grimm-Märchen kennen, hinter der gestrengen Alten, die das fleißige Mädchen belohnt und das faule straft, steckt eine weitaus facettenreichere Persönlichkeit. Als alte Frau erscheint die Perchta, wie sie auch genannt genannt wird, ohnehin nur in den kalten Wintermonaten. Im Frühjahr trifft man sie als junges Mädchen und im Sommer als erwachsene Frau. Mal lebt sie in Bäumen und mal in tiefen Seen. Mit ihrem Spinnrad spinnt sie mit den Nornen die Schicksalsfäden. Und in den Rauhnächten fegt sie als Wintergöttin mit der Wilden Jagd durch die Nacht. Mein #sagenhaftersonntag widmet sich darum heute der Frau Holle mit einer kleinen, feinen Geschichte, die weit weniger bekannt ist, als die um Goldmarie und Pechmarie.

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Der Oktober in Bildern

Der Oktober. Mit Bildern. Mein Monat bebildert – das habe ich nun schon lange nicht mehr gemacht. Zuletzt im März. Seither war viel zu tun und die Wochen sind nur so verflogen. Wir sind umgezogen, ich habe viel gearbeitet, obwohl der Krümel erst seit Mitte September wieder in den Kindergarten geht. Das hat unglaublich viele Abende gekostet. Und Nerven. Die Augenringe haben Augenringe, aber es hat auch unglaublich viel Spaß gemacht. Denn nach den Lockdowns kamen die Ausstellungen, die zuvor abgesagt wurden. Und so konnte ich nun unter anderem für eine Ausstellung im Ostseestädtchen Barth die Sage um Vineta – das Atlantis der Ostsee – aufbereiten. Davon ein andermal mehr…

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Der März in Bildern

„Man kann sich ein Haus kaufen, aber kein Zuhause“, so oder ähnlich hat es einmal ein kluger Mensch ausgedrückt. Ich hoffe, uns ist in diesem Monat beides gelungen. Denn wir haben es gefunden – unser Haus – und zugeschlagen. Mir ist tatsächlich noch nie eine Entscheidung so schwer gefallen wie die, ob wir ein Haus kaufen sollen oder nicht. Nicht einmal die Entscheidung für eine Familie, die mein Leben sicher am stärksten beeinflusst hat. Das mag komisch klingen. Doch: meine Kinder und meinen Mann liebe ich über alles, darum fällt es mir nicht schwer, für sie Kompromisse zu schließen, auf Schlaf zu verzichten, ihnen alle Zeit der Welt zu schenken, Wut, Trauer, Frust aufzufangen auszuhalten, Sorgen zu tragen. Doch für ein Haus? Wo ich sowieso grundsätzlich gerne unabhängig von materiellen Dingen bin (oder mir dies zumindest gerne einrede)? Doch die Entscheidung für dieses eine bestimmte Haus war dann gar nicht schwer. Denn da war dann doch auch ein bisschen Liebe dabei. Ich liebe es, dass man vom Dachbodenfenster aus den Kirchturm sieht. Ich liebe die geschwungene Holztreppe. Und die riesige Küche. Und dann der Bollerofen im Wohnzimmer. Ich sehe mich an lauen Sommerabenden auf der Veranda mit einem Glas Wein sitzen. Und ich sehe mich in der Werkstatt wurschteln. Klar, diese Liebe ist gar nicht zu vergleichen mit der für meine Lieblingsmenschen, aber sie ist mehr als groß genug, um ein altes Gemäuer mit Leben und schönen Erinnerungen zu füllen. Ich denke also, aus diesem Haus wird ein Zuhause werden und ich freu mich darauf.

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